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Es war wieder einmal so weit. Das schwarze Volk versammelte sich nunmehr zum 6. Mal zum Amphi-Festival am Tanzbrunnen in Köln. Dem Ruf des Orkus-Magazins folgten 16.000 schwarze Seelen. Und das taten sie so schnell das das vorgesehene Kartenkontingent ziemlich schnell ausverkauft war. Lediglich ein paar Tageskarten konnten noch an den Kassen vor Ort erworben werden. Bei so einem Line-up kann man aber auch nichts anderes erwarten.

Unser Amphi-Wochenende begann mit einem Weckerklingeln am 24.07 um 8 Uhr. Vorbereitungen treffen, stylen, und los ging es. Nach ca. einer Stunde Fahrt erreichten wir das Messegelände der Stadt Köln, und stellten mit Freuden fest dass die Parkplätze noch näher ans Festivalgelände gerückt sind. Sehr gut für die Füße. Nach problemlosen einchecken am Eingang und der Bändchenverteilung, die man auf Grund der Schnelligkeit gar nicht als Eintritt wahrnahm standen wir schon mitten drin.

Da wir recht früh dran waren checkten wir erst mal das Areal. Wie jedes Jahr wird natürlich der Platz von der Hauptbühne dominiert. Im hinteren Bereich des Geländes fand man eine Vielzahl an Marktständen, die das Shoppingherz höher schlagen lassen, gekrönt von der Insel mit dem riesigen X-tra X Stand. Das alles gepiekt mit ein paar Bierbuden und natürlich auch mit Essbarem damit man auf der Shoppingtour nicht verdurstet oder verhungert. Vorausgesetzt man hatte genug Geld einstecken um die gesalzenen Preise des Tanzbrunnen Caterings verkraften zu können.  Ruhemöglichkeiten gab es genug im angrenzenden Beachclub oder im neu angelegten Biergarten, der auch rege genutzt wurde. Verdursten konnte man nur im Staatenhaus wo die Bedienungen anscheint mit dem Pfandsystem und der gleichzeitigen Bedienung von mehr als einem Gast total überfordert waren.

Hier fand sich dieses Jahr auch die zweite Bühne um dem wachsenden Besucherstrom gerecht zu werden. Denn im Theater war es in den letzten Jahren doch immer ziemlich voll. Dafür wurde im Theater eine Vielzahl an Film, Kabarettbeiträgen gezeigt um anschließend mit verschiedenen DJ-Sets die Partywütigen bei Laune zu halten.

Los ging es dann auf der Hauptbühne um 12 Uhr mit der Gruppe ZIN aus Leipzig die am Vorabend im Theater den ersten Preis des New Talent Wettbewerbes gewonnen hatten. Trotz des frühen Termins verstand es die Band, das Publikum mitzureißen. Eine vielversprechende Mischung aus Placebo Einflüssen und ein bisschen Apoptygma Berzerk der neueren Generation lassen viel hoffen.

Eine halbe Stunde später gab es im Staathausen eine Kostprobe eines der Zahlreichen Projekte des Chris Pohl.  Miss Construction versuchten das Publikum mit Ihren Industrial-Rave klängen zu begeistern. Ob es zu früh war oder ob die Halle nicht den Sound transportieren konnte weiß man nicht. Auf jeden Fall konnte das Projekt Live nicht begeistern. Also machten wir uns wieder auf den Weg zur Mainstage.

Hier gab grade DIN(A)TOD ihr bestes. Die Band ist nun schon seid längerer Zeit bekannt, aber live war es für mich das erste Mal. Auch wenn viele bekannte Lieder gespielt wurden konnte das Duo live leider nicht so begeistern. Auf der Bühne war nichts los, und der Sound kam auch nicht wirklich bis in die letzten Reihen. Sehr schade eigentlich. Also wieder zurück ins Staatenhaus.

Hier hatte nämlich in der Zwischenzeit Destroid mit Ihrem Set begonnen. Das Projekt um Daniel Mayers, der vielen auch von der Gruppe Haujobb bekannt sein dürfte, zeigte das man mit ein bisschen mehr Live-Erfahrung und gutem Sound auch das Staatenhaus zum beben zu bringen ist. Ausgeklügelter Elektrosound, eine gute Set-List mit ein paar Covern, von unter anderem VNV-Nation, ließen die 40 Minuten wie im Fluge vergehen.

Jetzt erst mal wieder raus an die frische Luft. Den Auftritt von End of Green konnten wir nur aus der ferne auf uns wirken lassen da wir uns ein bisschen den Markständen gewidmet haben, bei denen es von der Szenegestylten Haarspange bis zum kompletten Fetisch-Outfit alles zu erwerben gab, was der Festivalbesucher so begehrt.

Unser nächster Termin war dann um 14:55Uhr an der Mainstage zum Auftakt von Ashbury Hights. Da ich die Schweden gerne mit Ihrem Syntiepop beim Autofahren höre wollte ich mir das auf jeden Fall live ansehen. Wurde allerdings ziemlich schnell enttäuscht. Neben technischen Problemen, die ja mal passieren können, konnten die Skandinavier trotz einer ganz guten Bühnenpräsenz nicht wirklich überzeugen. Also doch wieder CD hören.

Von Welle:Erdball haben wir dann nur einen Teil sehen können da sie sich leider genau mit Nachtmahr im Staatenhaus überschnitten haben. Wie gewohnt konnten Honey und seine Kollegen aber durch eine gute Show und Ohrwürmern wie „Starfighter“, „ich bin aus Plastik“ und einer Cover-version von „Ein bisschen Frieden“ überzeugen. Da man aber die Sendung von Radio Welle:Erdball schon des Öfteren bestaunen durfte, verzogen wir uns ins Staatenhaus um Nachtmahr ein bisschen Gehör zu schenken.

Das Elektroprojekt um Frontmann Thomas Rainer ließ es richtig krachten und befeuerte das Publikum mit harten Industrial-Beats. Mit Dancefloorkrachern wie „Tanz schlampe „oder „Weil ichs kann“ konnten nicht nur die Elektro-Cyber-Fans begeistert werden. Abgeschlossen wurde das Set mit dem Hit „Katharsis“.

Den Auftrit von Funker Vogt hörten wir uns dann im hinteren Teil der Halle an, um uns bei einem Getränk zu erfrischen und die Auslage der im Staatenhaus ansässigen Händler zu begutachten. Soundtechnisch konnte die deutsche Elektro-EBM-Kombo auf jeden Fall überzeugen und auch die Set-List war ansprechend.

Nach 20 Minütiger Pause betraten dann die Crüxshadows die Bretter. Wie gewohnt sah man von Sänger Rough nur selten was auf der Bühne da er meistens im Publikum oder auf den Scheinwerfertraversen rumturnte. Zum Glück war er mit zwei Handscheinwerfern ausgestattet das man zumindest ab und an mal was von im sehen konnte. Ansonsten bot die Show nicht spektakulär neues. Aber es ist immer wieder schön den Crüx zuzusehen und vor allem zuzuhören den Rough´s. Stimme zieht einen sofort in den Bann und lässt die Füße nicht still stehen.

Unsere letzte Station für diesen Tag war dann And One auf der Hauptbühne, Projekt Pitchfork hätte ich zwar auch gerne gesehen, aber man kann ja nicht alles haben. Als wir gegen acht den Platz vor der Hauptbühne aufsuchten war der schon bis zum letzten Platz gefüllt.  Trotzdem konnten wir noch ein bisschen was sehen. Belohnt wurde das mit einem gut gelaunten Steve der mit seinen beiden Mitstreitern in grüner Bundeswehruniform sein bestes gab. Gewohnt kraftvoll  kamen die Syntiepop-ebm-klänge auch in der letzten Reihe an und And One glänzten mit Hits wie Deutschmaschine, Traumfrau und Military Fashion Show.

Das war ein würdiger Abschluss des ersten Tages. Auch wenn wir nicht alles mitnehmen konnten war es ein guter Tag und wir machten uns Müde und mit schmerzenden Füßen auf den Weg zurück ins Sauerland, um uns am Sonntag wieder ins schwarze Getümmel stürzen zu können.

Fortsetzung folgt…..

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